Personalberatung Ingenieurwesen

Führungsziel Burnout Prävention

Datum: 26. März 2014

Arbeit könne ein wichtiger Faktor für psychische Gesundheit sein, betonte unlängst in der Debatte über Burnout die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK). So erkrankten berufstätige Frauen deutlich seltener an Depressionen als nicht berufstätige und Erwerbstätige seltener als Arbeitslose. In Abrede gestellt wird von der Kammer aber nicht, dass auch in den Arbeitsbedingungen die Ursache für psychische Erkrankungen und Burnout liegen.

Einen Kontrapunkt in der Diskussion setzte zuletzt auch Brigitte Ederer, Personalvorstand der Siemens AG. „Ich kann nicht alles haben, beruflichen Erfolg, eine Familie mit Kindern und dann noch Marathon laufen in der Freizeit“, zitierte Spiegel-Online Ederer. Sie gibt damit die Verantwortung für den Erhalt der Gesundheit an die Mitarbeiter zurück. Diese müssten mehr auf sich selbst aufpassen. Niemand verlange von ihnen eine Präsenz rund um die Uhr, meinte Ederer.

Ganz anders der Ex-Personalvorstand der Telekom. Für seine Gesundheit sei zwar erst einmal das Individuum selbst zuständig. Aber „abrupte Richtungswechsel und wechselnde, oftmals vage Ziele“ der Unternehmen resultierten für deren Führungskräfte in „Dauerläufe mit rasantem Tempo, ohne Atempause zum Luftholen“, schreibt Thomas Sattelberger gemeinsam mit Martin Claßen. Deren Aufsatz „Vor dem Platzen der Leadership Bubble“ spart nicht mit Kritik an krankmachenden Strukturen in den Unternehmen und ist ein Plädoyer für mehr „Verantwortung für eine gesunde Organisation“.

Die Bayern LB übernimmt diese Verantwortung. „Auch bei uns nimmt die Zahl der Burnout-Fälle und stressbedingten Krankheiten wie Depression zu“, spricht Andreas Blank, Leiter Personalentwicklung bei der Bayern LB, offen über ein Thema, bei dem andere gerne schweigen. Die Zahl der Burnout-Fälle sei insbesondere in Abteilungen gestiegen, die von der Finanzkrise und den internen Restrukturierungsmaßnahmen in besonderem Maße tangiert seien. Die Bayern LB bietet Führungskräften und Mitarbeitern Awareness-Trainings an. „Wir sensibilisieren dafür, eine Burnout-Gefährdung frühzeitig zu erkennen“, sagt Blank.

Eine einfache Aufgabe ist das nicht, denn was für den einen ein leistungsförderndes Stressniveau sein kann, ist für den anderen ein Zuviel an Belastungen. „Viele Burnout gefährdete Mitarbeiter erkennen nicht, dass sie sich überfordern, und übersehen Frühwarnzeichen wie Ohrgeräusche, Schlafstörungen und Erschöpfung“, sagt Dr. Werner Kissling, Leiter des Centrums für Disease Management der Psychiatrischen Klinik an der TU München. Viele glaubten, ein hohes Arbeitspensum erbringen zu müssen, weil ihr Chef das erwarte. „Daher ist der Vorgesetzte oft der einzige, der einen Mitarbeiter zur Einsicht bringen und ihn motivieren kann, die Arbeitsbelastung zu reduzieren“, sagt Kissling.

Noch schwieriger als das Erkennen ist das Thematisieren. „Da die meisten Frühwarnzeichen zur Privatsphäre gehören, schrecken viele Vorgesetzte davor zurück, diese Dinge anzusprechen“, sagt Kissling. Das Mitarbeitergespräch müsse sehr behutsam und fürsorglich geführt werden. „Dafür braucht man Zeit und Geduld. Die Führungskraft muss Zuhören können und berücksichtigen, dass psychische Probleme immer noch stigmatisiert sind“, sagt Kissling. Mehr als die Hälfte der in dem Centrum geschulten Führungskräfte arbeiten in Banken oder Versicherungen. Für Kissling ist das auch ein gutes Zeichen. „Die Banken haben erkannt, dass sie ihr betriebliches Gesundheitsmanagement im Bereich der psychischen Gesundheit intensivieren müssen. Sonst können sie ihre derzeit noch unterdurchschnittlichen Fehltageraten auf Dauer nicht halten“.

Die Bayern LB setzt aber nicht nur auf die Sensibilisierung ihrer Führungskräfte und Mitarbeiter sowie auf Stressbewältigungstrainings, sondern auch auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen. Den Mitarbeitern wird beispielsweise mit dem Home Office die Möglichkeit geboten, Beruf und Familie besser vereinbaren zu können. „Das hat erfahrungsgemäß sehr viel mit Burnout zu tun“, sagt Blank. Entlastet werden die Mitarbeiter auch durch einen erweiterten Service bei der Kinderbetreuung und bei der Versorgung von Angehörigen. Dass die Maßnahmen etwas bringen, daran will sich Blank messen lassen. „Mein Ziel ist es, die Zahl der Burnout-Fälle deutlich zu reduzieren.“

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